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Offene KommunikationssystemeWeb-centric Communication

Offene Kommunikationssysteme

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Beispiel: Web Anwendung auf einem Smart Phone mit Android Betriebsystem. Die Anwendung ermöglicht das Abfilmen eines Drehbuchs, wobei mehrere Mobiltelefone gleichzeitig als Kameras genutzt werden können und die Aufnahme synchronisieren.
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Forschung und Entwicklung am Fachgebiet konzentriert sich auf die Erweiterung des Webs zu einer universellen Dienstplattform für unterschiedlichste Anwendungsdomänen. Dafür werden neue Schnittstellen, Netzwerkprotokolle und Werkzeuge geschaffen und untersucht.

Die Lebenspanne von Diensten ist unabhängig von den Geräten, die diese Dienste für den Menschen nutzbar machen. Ein Emaildienst wird Jahre genutzt und überlebt  viele Computer seines Benutzers. Ein Gelegenheitsspiel auf dem Mobiltelefon kann das Interesse des Benutzers schon nach wenigen Stunden verlieren. Endgeräte, deren Dienste sich via Software definieren lassen, haben dadurch in vielen Bereichen der Kommunikations- und Unterhaltungstechnologie jene Geräte verdrängt, die über die Hardwarekonfiguration an die Bedürfnisse der Benutzer angepasst werden.

Der Trend hin zu Geräten, die jedes für sich viele Zwecke erfüllen können, hat zu einer Landschaft geführt, in der Geräte zwar noch immer für spezielle Anwendungsdomänen entworfen und produziert werden, sich aber in Aussehen und Benutzung sehr ähnlich sind. So unterscheiden Navigationssystem, Mobiletelefon und modernes Fernsehgerät heute nur noch wenige technischen Fähigkeiten voneinander. Beispiele können ein GPS Empfänger, ein Chip für die kabellose Kommunikation, eine eingebaute Kamera oder die Größe des Displays sein.

Entgegen der Erwartung des Benutzers kann derselbe Dienst heute weder über mehrere dieser Geräte hinweg verwendet, noch während der Ausführung zwischen Geräten übergeben werden. Ein Musikkanal aus dem Internet, der mit dem Mobiltelefon wiedergegeben wird, kann derzeit nach dem Einsteigen in das Auto nicht automatisch an das bordeigene Unterhaltungssystem übergeben werden. Eine kleine Anwendung, die die kurzfristige Entwicklung von Aktienkursen grafisch auf dem Computer darstellt, läuft während einer Pause heute nicht auf dem Fernsehgerät weiter. Auch die übergreifende Nutzung der besonderen Fähigkeiten aller Geräte durch einen einzelnen Dienst ist aus Sicht des Benutzers naheliegend. Das Mobiltelefon als Universalfernbedienung für Unterhaltungsgeräte oder das Ablehnen eines Anrufs mit dem Fernsehgerät, während ein spannender Film läuft, können realisierbare Szenarien werden.

Forschung und Entwicklung am Fachgebiet für Offene Kommunikationssysteme sind auf die Schaffung einer einheitlichen Plattform für Kommunikations- und Mehrwertdienste auf Endgeräte aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen konzentriert. Ausgehend von Anwendungstechnologien rund um das World Wide Web werden neue Laufzeitmodelle, Schnittstellen, Netzwerkprotokolle, und Methoden für die Dienstkomposition untersucht.

Ein Vorteil der Anwendungstechnologien rund am das Web ist die Begrenzung der Standards auf Kommunikationsschnittstelle und Dienstpräsentationen für das Endgerät des Benutzers. Eine grafische Plattform für Dienste lässt sich mit Interpretern für einfache Technologien wie HTML, CSS und ECMA Script Verhältnis schnell auf verschiedenen Endgeräten realisieren, Web Server finden sogar auf den kleinen Microcontrollern von Wearables* einen Platz.

Schnittstellen und Netzwerkprotokolle

Beispiel: Web Anwendung mit einem Textfeld, in dem mehrere Benutzer zeitgleich editieren können. Das Textfeld wird in Echtzeit zwischen allen Besuchern der Seite synchronisiert. Anwendungsfelder sind Wikis, online Textverarbeitung und Entwicklungsumgebung
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Dem Einsatz des Web Browsers als universelle Dienstplattform in allen Anwendungsbereichen stehen die starke Abstraktion der Fähigkeiten des Endgeräts und der Netzwerkschnittstellen entgegen. Zum Beispiel können Anwendungen im Web Browser, die mit offenen Standards realisiert sind, weder einen Sprachanruf aufzusetzen noch die Lautstärke des Fernsehtons beeinflussen. Auch eine bi-direktionale Kommunikation zwischen verschiedenen Web Browsern in Echtzeit ist nicht verfügbar.  Am Fachgebiet Offene Kommunikationssysteme werden neue Schnittstellen für Anwendungsprogrammierungen, sogenannte APIs, spezifiziert, Netzwerkprotokolle entworfen und Prototypen implementiert. Zusammen mit den Partnern aus der Forschung werden die Ergebnisse in Standardisierungsgremien wie zum Beispiel die OMTP getragen.

Dienstkompositionen und neue, verteilte Laufzeitmodelle

Beispiel: Framework für die schnelle Entwicklung dynamischer Web Mashups. Grafische Werkzeuge und eine einfache Markup Sprache ermöglichen die einfache Kombination gängiger Dienste für Web Mashups die durch Dritte bereitgestellt werden.
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Das Web, wie wir es heute kennen, stellt dem Benutzer eine Vielzahl von Diensten zur Verfügung, die von Entwicklern über wohldefinierten Schnittstellen angesprochen und so in ihre Applikationen integriert werden können. Das Fachgebiet  beschäftigt sich mit der Integration und Verknüpfung mehrerer solcher Dienste zu einer einheitlichen Applikation. Diese Art von verteilten Anwendungen wird als Dienstkompositionen bezeichnet, im Web auch als Mashups. Dabei wird die Integration von mehreren Diensten besonders durch eine große Anzahl verschieden gearteter Dienstschnittstellen und verwendeter Datentypen  erschwert.

In verteilten Umgebungen mit Web Zugang wird die Komposition von mehreren Diensten über server- oder clientseitige Skripte realisiert. Diese Umsetzung bringt viele Nachteile mit sich, wie z.B. unübersichtlicher Quellcode, eingeschränkte parallele Ausführung von Diensten, und dem Zwang zur Integration von Diensten zur Entwicklungszeit der Applikation. Eine wirkliche Abstraktion von der Entwicklung einer alleinstehenden Applikation hin zu einer komponierten gibt es nicht. Das Fachgebiet beschäftigt sich daher mit der Erforschung und Entwicklung von verteilten Laufzeitmodellen, die Dienste hinter speziellen Schnittstellen abstrahieren und so eine Integration von Diensten zur Laufzeit ermöglichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Integration von Diensten, die auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten, wie z.B. Smartphones oder Netbooks laufen.

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